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Sequenzen

In vielen Fällen konzentriert sich der Fotograf auf die Erstellung EINES Bildes (bzw. einer Variante) eines Motivs. Eine andere Möglichkeit, ein Motiv zu bearbeiten, liegt im Aufbau von Serien oder Sequenzen. Eine Sequenz ist in der Regel dadurch gekennzeichnet, dass von einem Standort mehrere Fotos des gleichen Motivs gemacht werden. Die Reihenfolge der Bilder sollte auch später noch eindeutig festgestellt werden können. Im übertragenen Sinn kann eine Sequenz auch als ein Mini-Film angesehen werden, wobei dieser Vergleich etwas hinkt. Bei einer Sequenz muss also die Bewegung im Motiv erkennbar sein. Es spielt keine Rolle, ob die zeitlichen Abstände sehr lang oder sehr kurz sind, die Aussage ist wichtig.
Sequenzen halten Augenblicke fest, die im Moment des Fotografierens schon Vergangenheit sind. Sequenzen halten Zeiten fest.
Um eine Sequenz darzustellen, sind sinnvollerweise mindestens 3 Fotos notwendig.
Bei 2 Fotos ist lediglich eine Zustandsveränderung abbildbar.
Nachfolgend ein Beispiel.

Bildfolgen (Sequenzen)

Angelehnt an eine Unterlage vom
Bundesgremium tür Schulphotographie (Herausgeber), 3. Beiheft zur schulphotographischen Zeitschrift Kamera und Schule 1975.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Sequenzen abzubilden:
1. Die Sammelsequenz:
Eine Folge von Photos zu einem Thema (z. B. Fenster, Türen, Räder, Automaten, Hände, Schuhe usw.). Einzelne Photos sind dabei austauschbar, die Serie kann also laufend noch verbessert werden. Der Zusammenhalt der Bildfolge wird durch das Thema und/oder durch die formale Gleichheit gegeben.
2. Die Zeit-Sequence:
Eine Bildfolge, von der sich ein genauer oder ungefährer Zeitraum ablesen läßt.
Die Zeitspanne kann dabei über ein Jahr (Jahreszeiten), über Monate, über Tag und Nacht als Langzeiten-Sequenz, aber auch nur über Stunden-, Minuten- oder sogar Sekunden- Abläufe reichen.
Die Zeit kann auch die Rolle eines (Zufalls-) Regisseurs spielen, wenn ein Motiv (z. B. eine Bushaltestelle, eine Rolltreppe, eine Straßenecke etc.) genau alle 30 Sekunden, alle Minuten, alle fünf Minuten, oder anders gestaffelt, belichtet wird.
3. Licht-Sequence:
Eine Bildfolge, an der deutlich sichtbar eine Veränderung des Lichtes ablesbar ist, wie wanderndes Licht (Schatten), Wechsel von Tag und Nacht, Überbelichtung und Unterbelichtung eines Motives usw.
4. Scharf-Unscharf Sequence:
Bildfolgen, bei denen sich der motivliche Inhalt von Bild zu Bild durch die verschiedenen Möglichkeiten von Verlagerung der Schärfenebene oder der Detailschärfe mehr oder weniger verändert.
5. Surreal-Sequence
Eine Bildfolge, bei der sich eine reale Situation in eine irreale oder unerwartete verändert. Die Veränderung der Realitäten wird in den meisten Fällen geplant sein müssen, die Sequence wird also von der Idee des Photographen geprägt.
Ein real wirkendes Wohnzimmer wird durch ein - im ersten Moment als überdimensional empfundenes - Tier (Katze, Hund, Vogel etc.) als Puppenstube erkennbar, hinter einer sich öffnenden Tür erscheinen andere Realitäten als erwartet usw. Grundsätzlich kann also eine Sequence durch die technischen Gegebenheiten (Filmlänge, Optik, Blende, Belichtung), durch Naturelemente (Licht, Zeit), vom Motiv selbst (Ablauf eines Geschehens, Menge der Motivelemente), durch die Idee des Photographen oder durch Kombinationen dieser Mittel geprägt werden.

Weitere Ansätze:
Struktuveränderungen:
eine erkennbare Struktur verändert sich
- von einem geordneten System in ein ungeordnetes oder umgekehrt.

Beispiel für Zeitsequenzen